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Im Raum
Sepolcro Antico in Via Nomentana
Radierung, um 1800 · Papier: 25,5 cm × 35,0 cm, Druckplatte: 16,1 cm × 21,1 cm, Darstellung: 14,9 cm × 20,5 cm
510 €
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Zustand
Wie wir bewertenEs gibt Beschädigungen oder Beeinträchtigungen, die sich angesichts des Alters des Kunstwerkes aber im akzeptablen Rahmen bewegen.
Altersbedingt leicht verfärbt und leicht fleckig. Knickfalte schräg über Blattecke links unten
- Künstler
- Johann Christian Reinhart
- Inv.-Nr.
- 34417
- Kategorie
- Druckgraphik
- Thema
- Architektur
- Epoche
- 19. Jahrhundert (um 1800)
- Kunststil
- Romantik
- Land
- Italien
Details
nach obenDie Radierung „Sepolcro Antico in Via Nomentana" von Johann Christian Reinhart entstand um 1800.
- Titel
- Blick auf die Ruine Sepolcro Antico in Via Nomentana. Römisches Grabmal
- Technik
- Radierung auf Papier
- Beschreibung
- Auf der Wiese vor der Ruine mit grasenden Ziegen und Flöte spielendem Hirten. Dieses Blatt stammt aus der Graphik-Folge mit den Ansichten von sechs römischen Grabmälern von Johann Christian Reinhart. Sie markiert den Beginn von Reinharts Zusammenarbeit mit dem Nürnberger Verleger und Kunsthändler JohannFriedrich Frauenholz (1758-1822). Die 1792 publizierte Folge verkörpert dabei Reinharts Wunsch nach einem von der Antike lebendig durchdrungenen Italien. Anders als Piranesis wild-romantische Architekturveduten, in denen Phantasie und Realität eine unauflösbare Allianz eingehen, suchte Reinhart einen die Realität spiegelnden Ansatz in seinen Blättern zu verwirklichen. Es sollte eben jene Antike auch weiterhin als Teil der Lebenswelt des zeitgenössischen Menschen erscheinen. Wo Piranesis Visionen oft ins Abgründige und Schauerliche gleiten, da inszeniert Reinhart bewusst eine Aussöhnung des Menschen mit den Relikten der Vergangenheit. Ihre Präsenz erfüllt dabei zwei wichtige Faktoren des Erinnerungskultes: Sie weisen zum einen darauf hin, dass nichts ewig dauert, und sei es noch so prächtig und mächtig. Zumanderen betonen sie die Kontinuität des Lebens, auch über den Tod hinaus, wofür die Grabmäler eine doppelte Symbolik entwickeln. Reinhart verzichtet allerdings auf eine Nivellierung der eigentlichen Bedeutung der Bauwerke. Die Überwachsungen und der Verfall sind hier gerade keine Zeichen des Vergessens. Kompositorisch bindet Reinheit die Grabmäler so in seine Radierungen ein, dass sie stets von einem tiefer liegenden Standpunkt ausgesehen werden und so für den Betrachter erhöht erscheinen. Wie Monumente ragen sie in den Himmelempor und erheben sich über die Wirkungsebene des Menschen. Die einzige Ausnahme bildet das Blatt mit der Ansicht des Inneren des Grabmals der Nasoner. Hier erhellt die Sonne das leere Innere des Grabmals und Reinhart verzichtet auf die Darstellung von Personen in diesem Blatt. Man kann dies als mediale Verschiebung verstehen: Wo wir bei den anderen Blättern von außen auf die komplette Szenerie schauen und gleichsam wie ein unbeteiligter Beobachter alles überblicken, da sind wir in diesem Blatt selbstbeteiligt und nehmen die Position ein, die in den anderen Blättern den italienischen Hirten zuteil wird. Diese Methode steigert die Zugehörigkeit des Betrachters zu der Szenerie und führt ihn damit an Reinharts Vorstellung einer lebendigen Antike heran. Wir stehen selbst in der Antike.
- Größe
- Papier: 25,5 cm × 35,0 cm, Druckplatte: 16,1 cm × 21,1 cm, Darstellung: 14,9 cm × 20,5 cm
- Zustand
- Akzeptabler Zustand. Altersbedingt leicht verfärbt und leicht fleckig. Knickfalte schräg über Blattecke links unten
- Literatur
- Andresen, Andreas: Die deutschen Maler-Radirer des 19. Jahrhunderts nach ihren Leben und Werken. Bd. I-V; Hildesheim 1971. Werkverzeichnis Nr.: 48.
- Werkverzeichnis
- Andresen, 48
- Quelle
- Johann Christian Reinhart (1761 Hof/Bayern-1847 Rom) Six Vues d’Italie avec ruins des tombeaux – Die römischen Grabmäler, 1792, Nr. 6 | Graphikfolge, Landschaft
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