M. WIELANDT (1863-1922), Steilküste auf Capri, um 1895, Öl Realismus Landschaft

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Mit seinen Ansichten und Studien von italienischen Küsten und den Inseln am Golf von Neapel, touristischen Traumzielen, die er selbst jährlich bereiste, ging Wielandt erkennbar einen anderen Weg als die französischen Künstler, welche Paris, die Provence, städtische Peripherien und ihren eigenen Garten zu Orten ästhetischer Innovationen machten. Auch folgte Wielandt nicht der im Kontext des Wilhelminismus mit neuen Implikationen versehenen Hinwendung zu einer deutschen ‘Heimat’, die nun vor aller Erfahrung großgeschrieben wurde. Vor Kritik von dieser Seite verwahrte ihn im Jahr 1900 Leopold von Pezold, der auf die Bewunderung für den Reichtum an Licht und Farbe in Wielandts Mittelmeerlandschaften die Gegenrede folgen lässt: “‘Aber es ist die Fremde, was hier gemalt ist, Koulisse und theatralischer Luxus, – man male uns doch die Heimath, man gebe uns statt dieser buntfarbigen Vedoute ein Stück Vaterland, man schaffe uns intime Landschaften!’ Das sind Vorwürfe und Forderungen, die sich in neuester Zeit als patriotische Moral geben ([..])”. Zu Recht verweist Pezold auf die längst stattgefundenen Entdeckungen regionaler Schönheit, die dieses Argument obsolet werden lassen.

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Beschreibung

Manuel Wielandt (1863 Löwenstein (Württemberg) – 1922 München), Steilküste auf Capri, um 1895, Öl

  • Technik: Öl auf LeinwandPappe
  • Bezeichnung: Verso von fremder Hand bezeichnet: “Manuel Wielandt”.
  • Datierung: um 1895
  • Beschreibung: Mit seinen Ansichten und Studien von italienischen Küsten und den Inseln am Golf von Neapel, touristischen Traumzielen, die er selbst jährlich bereiste, ging Wielandt erkennbar einen anderen Weg als die französischen Künstler, welche Paris, die Provence, städtische Peripherien und ihren eigenen Garten zu Orten ästhetischer Innovationen machten. Auch folgte Wielandt nicht der im Kontext des Wilhelminismus mit neuen Implikationen versehenen Hinwendung zu einer deutschen ‘Heimat’, die nun vor aller Erfahrung großgeschrieben wurde. Vor Kritik von dieser Seite verwahrte ihn im Jahr 1900 Leopold von Pezold, der auf die Bewunderung für den Reichtum an Licht und Farbe in Wielandts Mittelmeerlandschaften die Gegenrede folgen lässt: “‘Aber es ist die Fremde, was hier gemalt ist, Koulisse und theatralischer Luxus, – man male uns doch die Heimath, man gebe uns statt dieser buntfarbigen Vedoute ein Stück Vaterland, man schaffe uns intime Landschaften!’ Das sind Vorwürfe und Forderungen, die sich in neuester Zeit als patriotische Moral geben ([..])”. Zu Recht verweist Pezold auf die längst stattgefundenen Entdeckungen regionaler Schönheit, die dieses Argument obsolet werden lassen.
  • Schlagworte: Italien, Golf von Neapel, Realismus, Meer, Wasser, Felsen, Landschaft, Italien, Realismus, 1850-1899
  • Größe: 41,5 cm x 53,5 cm, Rahmen: 51,0 cm x 63,5 cm
  • Zustand: Guter Zustand. Restauriert, minimale Retuschen.

 



 

English Version:

 

Manuel Wielandt (1863 Löwenstein (Württemberg) – 1922 Munich), Cliffs on Capri, c. 1895, Oil

  • Technique: Oil on CanvasCardboard
  • Inscription: Verso inscribed by another person: “Manuel Wielandt”.
  • Date: c. 1895
  • Description: With his views and studies of Italian coasts and the islands on the Gulf of Naples, tourist dream destinations that he himself travelled to annually, Wielandt recognisably took a different path from the French artists who made Paris, Provence, urban peripheries and their own gardens into places of aesthetic innovation. Nor did Wielandt follow the turn to a German ‘homeland’, which was given new implications in the context of Wilhelminism and was now writ large above all experience. In 1900, Leopold von Pezold defended him against criticism from this side, following up his admiration for the richness of light and colour in Wielandt’s Mediterranean landscapes with a riposte: “‘But it is foreignness that is painted here, coulisse and theatrical luxury, – one should paint us the homeland, one should give us a piece of the fatherland instead of this colourful vedoute, one should create intimate landscapes for us! These are accusations and demands that in recent times pose as patriotic morals ([…])”. Pezold rightly points to the discoveries of regional beauty that have long since taken place, which make this argument obsolete.
  • Keywords: Italy, Gulf of Naples, Realism, Sea, Water, Rocks, 19th century, Realism, Landscapes, Italy,
  • Size: 41,5 cm x 53,5 cm (16,3 x 21,1 in), Frame: 51,0 cm x 63,5 cm (20,1 x 25 in)
  • Condition: Good condition. Restored, minimal retouching.

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