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Friedrich Hohe
nach Heinrich Maria von Hess

Abschied des Heiligen Bonifatius

Lithographie, 1843 · Papier: 49,0 cm × 65,7 cm, Darstellung: 38,2 cm × 60,2 cm

1.080 

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Inv.-Nr.
16166
Kategorie
Druckgraphik
Epoche
19. Jahrhundert (1843)
Kunststil
Romantik

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Details

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Die Lithographie „Abschied des Heiligen Bonifatius" von Friedrich Hohe entstand 1843.

Titel
Abschied des Heiligen Bonifatius von seinem Kloster in England
Technik
Lithographie auf Papier
Beschriftung
Unten im Druck signiert: "Auf Stein gez. v. Fr. Hohe / Gedr. v. J. B. Kuhn". Unten im Druck bezeichnet: "Abschied des Heiligen Bonifacius von seinem Kloster in England. / Der Kunstverein in München seinen Mitgliedern für das Jahr MDCCCXLIII. | Zweites Bild aus dem Cyklus der das Leben des heil. Bonifacius darstellenden Wandgemälde in der Basilica zu München.".
Beschreibung
Als König Ludwig I. von Bayern zu Beginn des 19. Jahrhunderts seine Residenzstadt München ausbaute, musste der kunstbegeisterte Herrscher neben der ästhetischen Gestaltung der ausgedehnten Stadt auch religiöse Bedürfnisse beachten, die in der durch die Nazarenerkunst geprägten Vorstellung einer Verbindung von Kunst und Religion sogar dem aktuellen Zeitgeist entsprach. Ab 1828 wurde in der Maxvorstadt der Bau der Benediktinerabtei St. Bonifaz geplant. Die Klosterkirche sollte ausserdem die Funktion einer Pfarrkirche für den neu erschlossenen und zunehmend stärker besiedelten Stadtteil übernehmen. Schon in den frühesten Entwürfen war die Form einer Basilika festgelegt worden und der König legte den Architekten nahe, sich an den basilikalen Kirchen Roms und Ravennas zu orientieren, nicht zuletzt "[..]der Wandverzierungen wegen, oberhalb der Säulen." (Brief vom 14.05.1829, Stiftsarchiv St. Bonifaz, München). Die Gestaltung des Innenraums wurde Heinrich Hess übertragen, der schon vor der Krönung des Kronprinzen zum Umkreis bildender Künstler um Ludwig zählte und seit 1826 als Professor an der Münchener Akademie tätig war. Die italienischen Bauten mit ihren figuralen Ausmalungen hatte er schon während eines Reisestipendiums kennengelernt. In München war er seit den 1830er Jahren mit der Ausmalung der neuen Allerheiligen-Hofkirche betraut und schuf dabei einen schönen Freskenzyklus in byzantinisch angehauchtem Stil, bevor er 1837 mit dem Historienzyklus über den Heiligen Bonfatius in der Kirche St. Bonifaz begann. Die vorliegende Lithographie zeigt eine Szene aus dem Freskenzyklus, in der der junge Geistliche auf dem Deck eines kleinen Schiffes an der Südküste Englands zu sehen ist, wie er sich von seiner Heimat verabschiedet. Als Benediktinermönch hatte er sich zur Aufgabe gemacht, das Wort Gottes unter den ungetauften Völkern des Kontinents zu verbreiten und ist daher besonders für seine intensive Missionstätigkeit unter den Friesen und Franken bekannt. Hier ist er vermutlich bei der Abreise zu seiner ersten Missionsreise im Jahre 716 gezeigt, wie die einfache Ordenstracht des Angelsachsen verrät. Seine späteren Fahrten, bei denen ihm die Missionierung des Frankenreiches sowie die Gründung zahlreicher Klöster gelang, tat er in der Position eines Abtes eines Klosters in Nursling. In der Darstellung nach Hess zeigt sich im demütigen Blick Bonifatius' die Aufopferungsbereitschaft des jungen Mönchs bei seinem gottgefälligen Tun. Die Ausstrahlung des Heiligen, die einen erfolgreichen Missionar wohl auszeichnet, lässt sich an den bewundernden Blicken seiner Mitreisenden und der abschiednehmenden Klosterbrüder ablesen. Als Darstellung im Obergaden der Münchener Basilika ebenso wie in dieser großformatigen Lithographie entfaltet sich die mitreissende Wirkung des Missionars, der hier noch den Segen seines Abtes mit auf den Weg erhält.
Größe
Papier: 49,0 cm × 65,7 cm, Darstellung: 38,2 cm × 60,2 cm
Zustand
Sehr guter Zustand. Blass stockfleckig im Rand.
Stempel
Unten Blindstempel, Kunstverein in München.
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