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Im Raum
Die Hinrichtung der Lady Jane Gray
Stahlstich, um 1858 · Papier: 46,0 cm × 51,4 cm, Druckplatte: 43,2 cm × 48,6 cm, Darstellung: 28,9 cm × 35,2 cm
3.500 €
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Zustand
Wie wir bewertenGerade bei alter Kunst von besonders schöner, nahezu gebrauchsfreier Erhaltung; je nach Alter können kleinere Handhabungsspuren vorhanden sein.
Leichter schwarzer Strich oben in der linken Säule
- Künstler
- Paolo Mercuri, Paul Delaroche
- Inv.-Nr.
- 14765
- Kategorie
- Druckgraphik
- Technik
- Stahlstich Erklärung
- Thema
- Genre
- Epoche
- 19. Jahrhundert (um 1858)
- Kunststil
- Romantik
- Land
- Großbritannien
Details
nach obenDer Stahlstich „Die Hinrichtung der Lady Jane Gray" von Paolo Mercuri entstand um 1858.
- Künstler (Graphiker)
- Paolo Mercuri (1804 Rom - 1884 Bukarest)
- Künstler (Original)
- Paul Delaroche (1797 Paris - 1856 ebd.)
- Technik
- Stahlstich auf Papier
- Beschriftung
- Unten im Druck signiert: "Peint par Paul De la Roche / Gravé par P. Mercuri.". Unten im Druck bezeichnet: "Tiré de la Galerie du Prince Anatole Demidoff / Imprimé par Goupil & Cie á Paris".
- Beschreibung
- Seit dem Themsehochwasser von 1928 galt das dramatische Historienbild Paul Delaroches als verschollen bis es 1973 wiederentdeckt wurde und heute zu einem der beliebtesten Ausstellungsstücke der National Gallery in London zählt. Die Hinrichtung der Lady Jane Grey gilt als Meisterstück Delaroches, der die historisierende Szene der Exekution der englischen "Neuntagekönigin" Jane Grey (1536-1554) ausdrucksstark festhielt. Als Urenkelin König Heinrichs VII. Tudor wurde Jane Grey schon in jungem Alter protegiert und zu einer gebildeten Dame herangezogen, die den protestantischen Glauben pflegte und nicht zuletzt deswegen durch den letzten Willen König Eduards VI. in der Thronfolge seiner Schwester Maria vorgezogen wurde. Nur neun Tage nach ihrer Proklamation wurde sie jedoch durch Letztere gefangen genommen und hingerichtet. Vor allem unter den Anhängern des protestantischen Glaubens wurde sie bald als Märtyrerin und Opfer ihrer Cousine Königin Maria I. Tudor wahrgenommen. Delaroche, der für seine eher düsteren Historienbilder bekannt ist, die öfter den Niedergang als den Triumph verkörpern, könnte durch das 1790 veröffentlichte Drama Jane Grey der Madame de Staël zu diesem Thema inspiriert worden sein. Auch durch die Übersetzung von Harris Nicolas' The Literary Remains of Lady Jane Grey von 1825 wurde die kultartige Verehrung Jane Greys auch in Frankreich greifbar. Die Thematik royaler Hinrichtungen hatte in Frankreich insbesondere durch den Rückblick auf die Enthauptung Marie Antoinettes und König Ludwigs XVI. infolge der Französischen Revolution noch eine zeithistorische Relevanz mit deren bildlicher Umsetzung Delaroche sich ebenfalls befasste. Über den Zeitraum vieler Jahre beschäftigte Delaroche sich mit dem Schicksal der "Neuntagekönigin" und reiste selbst nach England um die Szenerie des Ereignisses selbst erleben zu können. Nur dieser Forschungswille sowie eine begeisterte Hingabe für die Thematik konnten zur Schöpfung des ergreifenden Ölgemäldes führen. Zur grundlegenden Figurenkonstellation orientierte Delaroche sich an John Opies Stich Execution of Mary Stuart und übertrug das bis dato seltene Motiv der Hinrichtung selbst auf die Darstellung Jane Greys. Gezielt ausgewählte Personen, die in Haltung und Ausdruck eine Vielzahl unterschiedlicher Emotionen auszudrücken vermögen, umstehen die zum Tode verurteilte Jane Grey, die mit verbundenen Augen und unsicherer Gestik nach dem Richtblock tastet. Die sensibel komponierte Ikonographie verdankt ihre Tiefe der intensiven Auseinandersetzung des Künstlers mit dem Schicksal der Thronfolgerin sowie der Vorbereitung des Gemäldes durch unzählige Skizzen und Entwürfe, beweist nicht zuletzt aber auch künstlerische Freiheit sowie die Orientierung am dramatischen Theater. Mit vergleichbar hohem Anspruch kritisierte Delaroche seine Zeitgenossen für die oft unpräzise Anfertigung gestochener Reproduktionen ihrer Gemälde und legte daher selbst großen Wert auf eine qualitätsvolle Verbreitung seiner eigenen Werke. Für Die Hinrichtung der Jane Grey ist bekannt, dass er schon 1835 einen Vertrag mit dem Verleger Adolphe Goupil schloss, der ihm die hohe Qualität der Reproduktionen zusicherte. Die Zusammenarbeit mit dem Stecher Paolo Mercuri begann bald, sollte aber nicht vor der Mitte des Jahrhunderts abgeschlossen werden. Die einfache Lesbarkeit des Gemäldes sowie die klare Figurenkonstellation boten die besten Voraussetzungen für die Umsetzung als Druckgrafik, regte zugleich aber auch Theaterstücke und Tableaux vivants an, die von der bis heute anhaltenden Beliebtheit des Gemäldes zeugen.
- Größe
- Papier: 46,0 cm × 51,4 cm, Druckplatte: 43,2 cm × 48,6 cm, Darstellung: 28,9 cm × 35,2 cm
- Zustand
- Sehr guter Zustand. Leichter schwarzer Strich oben in der linken Säule.
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