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DEEN
Werk von Wilhelm Gail
Künstler

Wilhelm Gail

(1804–1890)

Biogramm

Stud.: ab 1817 Archit. bei Karl von Fischer, 1820 Wechsel an die KA München. 1822-25 Schüler seines Schwagers Peter von Hess. Während er sich zunächst mit (bayer.) Genre-Darst. befaßte, widmete er sich während des Italienaufenthalts 1825-27 der Archit.-Vedute. Noch in Italien publizierte er erste Lith.: 13 Ill. zu Mon. Romans dans les Etats de Sardainge, einer archäol. Publ. seines Gönners, des bayer. Gesandten Baron von Malzen, sowie die 12 Bll. Scene populari de Genova. Zurückgekehrt nach München, veröff. G. die dreißigteilige Lith.-Serie Erinnerungen an Florenz, Rom und Neapel (1829). Auf eine Reise nach Paris und durch die Normandie (1830) folgten Aufenthalte in Italien (1831-32) und Spanien (1832-33). Endgültig in München seßhaft, verarbeitete G. Reiseeindrücke in Ölbildern (u.a. Venedig-Veduten), Aqu. (Alhambra-Veduten), Rad. und lithogr. Mappenwerken. In der Malerei befaßte sich G. v.a. mit ital. und span. Kloster- und Kircheninterieurs, in der Graphik bevorzugte er Archit.- bzw. Lsch.-Veduten. Bayer.-münchner. Themen beschäftigten ihn nur gelegentlich. - Später herzogl. Leuchtenberg. Kabinettsrat.
Werke

Hamburg, KH. Karlsruhe, SKH. München, SM: Präsentation des Kopfes der Bavaria, Öl-Gem., Zchngn, Graphik. Regensburg, Thurn und Taxis-Mus. Addenda: Schweinfurt, Mus. Georg Schäfer: Feder-Zchngn und Aqu.
Bibliographie

ThB13, 1920. Boetticher I.1, 1891 (Repr. 1948), Münchner Maler I, 1981, Ries, 1992. A.Rümann, Ill. dt. Bücher des 19. Jh., St. 1926, 68, Nrn 478-479, 125 Jahre Bayer. Kunstgew.-Ver. (K SM), M. 1976, 25, 432, Ebertshäuser, 1979, H.Friedel (Ed.), Ideal und Natur ... 1780-1850 (K München/Saarbrücken), M. 1993, Nr 64, A.Gebauer, in: G.Noehles-Doerk (Ed.), Kunst in Spanien im Blick des Fremden. Reiseerfahrungen vom MA bis in die Gegenwart, Ffm. 1996, U.Pohlmann/J.G. Prinz von Hohenzollern (Ed.), Eine neue Kunst? Eine and. Natur! (K), M. 2004. Addenda: C.Valter, "Mißgeformte, krausborstige Ungeheuer" (K Mus. Georg Schäfer), Schweinfurt 2004.
Artikel aus Thieme-Becker
Biogramm

Gail, Wilhelm, Maler und Graphiker, geb. 7. 3. 1804 in München, †26. 2. 1890 ebenda. Seit 1817 Bauschüler u. seit 1820 Malschüler an der Münchner Akad. und weitergebildet im Atelier seines Schwagers Peter HeB (1822-25) u. in Italien (18251827), debütierte G. 1825 in Turin mit 13 lithograph. Illustrationen zu seines Gönners, des bayr. Gesandten Baron v. Malzen, archäolog. Publikation "Monuments Romains dans les Etats de Sardaigne" u. mit 12 für einen Turiner Verleger ausgef. Steinzeichnungen "Scene popolari di Genova", malte u. zeichnete dann in Florenz, Rom u. Neapel Architekturstudien u. Volksszenen und schuf bereits 1826 in Rom neben ?lbildern wie "Titusbogen" etc. einige Kupferätzungen wie "Carnevale" u. "Röm. Postillone". Seit 1827 wieder in München, veröffentlichte er 1829 ebenda 30 Foliolithographien "Erinnerungen an Florenz, Rom u. Neapel", denen er 1828 frei komponierte Randzeichnungen zu Huldigungsgedichten der 8 bayr. Landeskreise an König Ludwig v. Bayern voraufgehen ließ (lithogr. von E. Neureuther). Nachdem er 1829 auch einige Blätter zu einem Mappenwerke mit Wiedergaben der Historienfresken in den Münchner Hofgarten-Arkaden lithographiert und die Münchner Kunstausst. von 1829 mit ?lbildern wie "Inneres des Neptuntempels zu Paestum", "Heimkehr der Fischer von Amalfi" und "Szene in einer Almhütte" beschickt hatte, besuchte er 1830 Paris und die Normandie, 1831-32 nochmals Italien (namentlich Venedig, - einige seiner in ?l gem. Dogenpalast-Veduten etc. von 1832 in der Münchner Pinakothek u. in kais. Besitz zu Berlin, ein gleichfalls 1832 dat. ?lbild "Klosterhof zu Viterbo" in der Schloßgal. zu Lützschena bei Leipzig) und schließlich 1832-33 Spanien, worauf er für immer in München ansässig blieb. Seine span. Reiseskizzen verarbeitete er wiederum nicht nur zu ?l- und Aquarellbildern (Alhambra-Veduten in kgl. Besitz zu München u. zu Berlin, in der Samml. des Fürsten Thurn u. Taxis zu Regensburg, u. im Rudolfinum zu Prag, 1836 dat. Innenansicht des Domes zu Córdoba in der Münchner Pinak., Ansichten span. Klosterhöfe etc. in den Mus. zu Karlsruhe, Hamburg u. Riga) u. zu Radierungen (1833 "Span. Majos", 1838 "Alhambra-Löwenhof zu Granada", 1839 "Span. Pilger mit Esel am Brunnen") sondern auch zu einer 1837 in München publ. Lithographienfolge "Erinnerungen aus Spanien" (31 Foliobl. nebst 6 Vignetten im beigef. Tagebuchtext, cf. Kugler III 245ff.). Auch zu architektor. Entwürfen verwertete er seine Studien nach span.-maurischen Baudenkmälern in den 1846 dem Prager Mäzen Anto Veith gelieferten Plänen u. Modellen für eine bei Liboch (nahe dem Zusammenfluß der Elbe und der Moldau) zu errichtende, von L. v. Schwanthaler mit Bronzestatuen der Libussa etc. zu schmückende böhm. Ruhmeshalle ("Slawja", unvollendet, jetzt Aussichtsturm). Auf seine italien. Reiseskizzen - deren 22 das Stadtmuseum zu München bewahrt (cf. Maillinger) - griff er wiederum zurück mit zeichnerischen Beiträgen zu C. Frommel's Stahlstichwerken "Pittoreskes Italien" und "Europas Eden" (Leipzig 1840 u. 1858), mit Kupferätzungen wie "Grabmonument in Padua" (im Münchner Radierervereinsalbum v. 1844) u. mit ?lgemälden wie "Rettung der Klosterschätze von S. Martino bei Ivrea in Piemont vor den Franzosen 1796" (dat. 1857, im Magazin der Berliner Nat.-Gal.). Daneben malte er gelegentlich auch heimatliche Architekturmotive, wie z. B. noch 1863 eine von der Kritik gerühmte Ansicht der Münchner Frauenkirche (cf. Dioskuren 1863 p. 300, col. 2), und Andachtsbilder (Kirche zu Schliersee). In Spätwerken wie dem 1870 im Münchner Kunstverein ausgestellten ?lbild "Ländliche Künstlerwerkstatt" steigerte sich die schon früher von der Zeitkritik gerügte figurenmalerische Unbeholfenheit des in der Architekturmalerei so routinierten Künstlers bis zum naiven Senilismus (cf. Dioskuren 1870 p. 37 u. 1861 p. 139). Auch eine 1874 in München von ihm veranstaltete Sonderausst. der ehedem so viel bewunderten Architekturstücke aus seiner Reifezeit konnte dem inzwischen längst verblaßten Ruhme des Siebzigjährigen nicht mehr zu neuem Glanz verhelfen. Kunstblatt 1826-1847 (Reg.). - Deutsches Kunstblatt 1850 u. 1853 (Reg.). - Dioskuren 1860-1870. - A. v. Schaden, Artist. München i. J. 1835, p. 36ff. - Nagler, Kstlerlex. IV, 1837, Monogr. III N. 480, V N. 1675. - Faber, Convers.-Lex. f. Bild. Kst IV, 1848. - Kugler, Kl. Schriften z. Kstgesch. III, 1854 p. 243-251, 303. - H. A. Müller, Museen etc. Deutschlands, 1857 I 455, II 195, 281, 424, 426. - F. Müller, Kstlerlex. II, 1860. - Heller-Andresen, Handb. f. Kupferst.-Sler 1, 1870. - F. Pecht, Gesch. der Münch. Kunst, 1888 p. 90. - F. v. Bötticher, Malerwerke d. 19. Jahrh. 1891ff. I 330f., 973. - H. Holland in Allgem. Deutsche Biogr. XLIX, 1904. - Bericht des Münchner Kstvereins 1890 p. 65f., - Kunst f. Alle 1890 p. 192, 1904 p. 343. - Kstdenkm. d. Kgr. Bayern 1895ff. I 1491. - Maillinger, Bilderchronik v. München, 1876 II N. 2897-2930, 3454, IV N. 977, 1726f., - Weige I's Kstlagerkat., Leipzig 1838ff. V (Reg. p. 144).

Tätigkeit
Maler · Zeichner · Lithograph · Illustrator · Graphiker · Architekturmaler
Geboren
1804 in München, Deutschland
Gestorben
1890 in München, Deutschland
Werke im Shop
1
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Verfügbare Werke

Chor der Kathedrale in Barcelona
Anton Doll nach Wilhelm Gail
um 1850 · Lithographie
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