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Im Raum
Bäuerliche Landschaft
Tusche, um 1750 · Papier: 21,5 cm × 29,3 cm
900 €
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Zustand
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Leicht restauriert, leicht fleckig
- Künstler
- Johann Christoph Dietzsch
- Inv.-Nr.
- 15454
- Kategorie
- Zeichnung
- Thema
- Landschaft
- Epoche
- 18. Jahrhundert (um 1750)
- Kunststil
- Klassizismus
- Land
- Deutschland
Details
nach obenDie Zeichnung „Bäuerliche Landschaft" von Johann Christoph Dietzsch entstand um 1750.
- Titel
- Landschaft mit Gehöft
- Technik
- Tusche auf Papier
- Beschriftung
- Unten rechts signiert: "J. C. Dietzsch.".
- Beschreibung
- Mit Blumen- und Fruchtstücken, Küchenstillleben, vor allem aber mit kleinen, poetisch vorgetragenen Landschaften, versorgte Dietzsch, zweitältester und erfolgreichster Sohn einer großen Künstlerfamilie, einen stetig wachsenden Kunstmarkt, der sich nicht allein auf Deutschland beschränkte, sondern sich auch auf England und die Niederlande ausdehnte. Vor allem bürgerliche und adelige Sammler mit privaten Kabinetten fanden Gefallen an den zierlich ausgeführten, bildhaften Zeichnungen und Druckgraphiken des Künstlers. Dietzschs Einflüsse waren komplex und schlossen die holländische Malerei ebenso ein, wie die Landschaften der eine Generation zuvor in Nürnberg tätigen Maler Willem van Bemmel und Johann Franz Ermels und das aktuell aufkommende Interesse an Reiseskizzen und pittoresken Ansichten. Ein schönes Beispiel für diese "Plaisanten Prospekte", wie Dietzsch eine 1737 entstandene Folge von Landschaften nannte, ist die vorliegende Tuschzeichnung: Ein verwinkeltes, am Fluß liegendes Gebäude, hinterfangen von hohen Bäumen. Leicht aus der Blattmitte gerückt um einen statischen Eindruck zu vermeiden, liegt das Haus jenseits eines Pfades am Fluß. Auch Wasser und Weg sind bewegt, verlaufen kurvig und lebendig und verbinden den detailliert und dunkler ausgearbeiteten Vordergrund mit der hellen, sanft lavierten Ferne unter dem hohen Himmel. Dietzschs umfassende Kenntnis von Kompositions- und Farbregeln ist spürbar. Grade in Nürnberg, wo Sandrart 1662 die erste deutsche Akademie gründete und 1675 mit der "Teutschen Akademie" die erste kunsttheoretische Schrift in deutscher Sprache veröffentlichte, bildete der künstlerische Regelkanon eine unverbrüchliche Basis für jeden Maler und Zeichner. Doch entgeht Dietzsch der Gefahr der Pedanterie. Seine zeichnerische Grammatik beherrscht er so souverän, daß er den klaren Aufbau, die Staffelung der Bildräume, das Aufhellen des Hintergrundes und die gut platzierte kleine Staffagegruppe rechts der Mitte zu einem gänzlich unakademischen Eindruck verbindet, dem eine natürliche Anmut eignet. Dietzschs Naturbeobachtung und sein Baumschlag wurde bereits von den Zeitgenossen gelobt. Diese Sorgfältigkeit im Einzelnen führt dank Dietzschs ausgeprägtem Gefühl für die Stimmung der Szene nicht zur Vereinzelung der Details. Hinzu kommt, daß sein Strich stets bewegt ist, auch in dunkleren Partien leicht bleibt und manchmal - etwa im Bereich der Figuren mit dem Pferd - Motive nur andeutet ohne sie gleichwohl völlig kenntlich zu machen. Es ist die hier so gekonnt vorgestellte Begabung für das Stimmungshafte, die seinen Landschaften große Bewunderung einbrachte.
- Größe
- Papier: 21,5 cm × 29,3 cm
- Zustand
- Akzeptabler Zustand. Leicht restauriert, leicht fleckig.
- Wasserzeichen
- unbestimmte Zeichen: Nicht bestimmbares Wasserzeichen | Datierung:
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