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Im Raum
Baumstamm
Buntstift, 1945 · Papier: 25,6 cm × 20,3 cm, Weitere Maße: 25,6 × 20,3 cm
950 €
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Zustand
Wie wir bewertenLediglich normale, kleine Gebrauchsspuren, die den Gesamteindruck des Kunstwerkes nicht verschlechtern.
Etwas gebräunt und unten etwas fleckig
- Künstler
- Werner Drewes
- Inv.-Nr.
- 19914
- Kategorie
- Zeichnung
- Thema
- Natur
- Epoche
- 20. Jahrhundert (1945)
- Kunststil
- Moderne
- Land
- USA
Details
nach obenDie Zeichnung „Baumstamm" von Werner Drewes entstand 1945.
- Technik
- Buntstift auf Papier
- Beschriftung
- unten rechts signiert und datiert: "45 Drewes"
- Beschreibung
- Im Jahr 1945, dem Jahre seiner Berufung durch seinen früheren Lehrer am Bauhaus, László Moholy-Nagy, an das Institute of Design in Chicago war Werner Drewes eher für seine abstrakten Arbeiten bekannt. Doch im selben Jahr stellte er Aquarelle nach der Natur in den New Yorker Kleemann Galleries aus, zu denen Lyonel Feininger ein Vorwort verfasste.1 Um diese vom Publikum als überraschend empfundenen figurativen Arbeiten in das bisherige abstrakte Werk Drewes’ einzuordnen, formulierte Feininger: "Die Quellen visueller Erlebnisse kommen immer aus der Natur. Je größer unser Vermögen, diese Erlebnisse zu ihrer Vollkommenheit zu verwerten und in Bildform umzusetzen, desto stärker ist der Eindruck auf den Beschauer. […]; je klarer unsere Augen und Sinne beim Beobachten und Aufnehmen sind, umso reichhaltiger wird der Hintergrund, aus dem die Kunstwerke konzipiert werden und entstehen."2 Nach Feininger sind die Naturansichten als "legitime Dokumente in der Entwicklung seines ständigen Fortschritts zum endgültigen Werk" zu verstehen.3 Feininger bezieht sich hier auf abstrakte und gegenständliche Kunst und auch unsere vorliegende Zeichnung steht in diesem Kontext. Denn auch wenn Drewes’ Arbeit an den Catskill Wasserfällen nahe des 1933 erworbenen Sommersitzes des Künstlers im Staate New York entstanden ist, enthält sie doch viel mehr Surreales als man es von einer Zeichnung vor der Natur erwarten mag: Es eröffnet sich uns eine unter dem schwarzen Himmel unwirtlich und fantastisch wirkende Gegend. Auf einem leuchtend gelben Hügel zeichnen sich in eigenwillig schroffen Spitzen bläulich Bäume ab. Vor den bewaldeten Hügeln am Ufer windet sich blattlos und mit abgebrochenen Ästen im Zentrum der Komposition ein monströses Baumgebilde, dessen rosafarbene Rinde an bare Haut erinnern mag. Die bizarr bewegte Figur des Baumes verstärkt den befremdlichen, beinahe unheimlichen Charakter der gesamten Landschaft. Die Silhouette in ihrer anthropomorphen Anmutung mit dem vogelähnlichen Kopf beschwört den Gedanken an Max Ernsts Hybride aus Mensch und Vogel herauf, den unheimlichen LopLop, den Bewohner eines vergifteten Paradieses.4 Ernst sah in der urwüchsig schroffen Landschaft Arizonas seine eigenen Bildfindungen gespiegelt, so dass sich Phantasie und Realität untrennbar ineinander verweben. Ebenso verschwimmt in diesem Blatt von Werner Drewes angesichts der eigentümlichen amerikanischen Natur um die Catskill Falls die genaue Trennung zwischen Vorstellung und Wirklichkeit. Nicht nur ist die Natur der Lieferant einer Bildsprache in Formen, sie erliegt in der Vorstellung des Künstlers selbst der Kunst. Sowohl bei Max Ernst als auch bei Werner Drewes wird die sublime Natur durch die Phantasien, die sie erregt, bezwungen und einverleibt. Das Phänomen der Parallelität von Abstraktion und Naturschilderung trifft man bei vielen Künstlern der Zeit, doch nur bei wenigen vollzieht sich das Ineinandergreifen von Natur, Form und Phantasie so nahtlos und zwingend wie bei Werner Drewes. 1 Vgl. Rose 1984, S. 40f. 2 Ebd. 3 Ebd., S. 41. 4 A.-Kat. Frankfurt/München 2006, S. 308 und A.-Kat. München/Berlin 1979, S. 308.
- Größe
- Papier: 25,6 cm × 20,3 cm, Weitere Maße: 25,6 × 20,3 cm
- Zustand
- Guter Zustand. Etwas gebräunt und unten etwas fleckig.
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