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Im Raum
Frau mit Tuch
Lithographie, 1818 · Papier: 28,2 cm × 22,0 cm, Darstellung: 18,6 cm × 15,3 cm
1.200 €
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Zustand
Wie wir bewertenEs gibt Beschädigungen oder Beeinträchtigungen, die sich angesichts des Alters des Kunstwerkes aber im akzeptablen Rahmen bewegen.
Altersgerecht
- Künstler
- Wilhelm Reuter
- Inv.-Nr.
- 11831
- Kategorie
- Druckgraphik
- Technik
- Lithographie Erklärung
- Thema
- Porträt
- Epoche
- 19. Jahrhundert (1818)
- Kunststil
- Biedermeier
- Land
- Deutschland
Details
nach obenDie Lithographie „Frau mit Tuch" von Wilhelm Reuter entstand 1818.
- Titel
- Frau mit turbanartig um den Kopf gewickeltem Tuch
- Technik
- Lithographie auf Papier
- Beschriftung
- Oben links im Druck signiert: "WR 1818".
- Beschreibung
- Wilhelm Reuter gehört zu den Ausnahmepersönlichkeiten der Kunst des frühen 19. Jahrhunderts. Nicht nur, weil er sich besonders früh mit der damals gänzlich neuen Lithographie-Technik beschäftigte und ihr Potential erkannte, sondern weil er dies auf ganz ungewöhnliche, heute würde man sagen moderne Art getan hat. Kaum ein anderer Künstler hat so eigenwertige und die Individualität des Strichs betonende Kunstwerke auf Stein ausgeführt. Die hier gezeigte Gruppe von drei Frauenporträts, alle 1818 entstanden, verdeutlicht diesen Anspruch exemplarisch. Den "Geist, der in einer guten Zeichnung herrscht, darzustellen", war sein selbsterklärtes Ziel. Die Lithographie bot erstmals die Möglichkeit, gänzlich frei wie mit dem Stift, der Feder oder dem Pinsel direkt auf den Stein zu zeichnen und so den Widerstand, den jede andere druckgraphische Technik dem Künstler materialbedingt bot, zu umgehen. So konnten spontane, der Zeichnung ähnliche Werke entstehen, die nicht mehr imitieren mussten wie die Crayonmanier oder die Aquatinta. Reuter verbindet diese technische Entwicklung und die damit einhergehende künstlerische Spontanität mit dem diskursiven Grundgedanken der Graphik. Die Intimität der Zeichnung sollte für andere Menschen zugänglich werden und sich weit über das Unikat hinaus verbreiten. So kommt es, dass er die meisten seiner Lithographien signierte und sie als fertige Kunstwerke auszeichnete, obwohl sie ihren Skizzencharakter beibehielten. Erstmals in der Geschichte der Druckgraphik war es möglich, die Eigenheit der Zeichnung in ein vervielfältigendes Medium zu übertragen und keiner hat dies so intensiv genutzt wie Wilhelm Reuter. Er kam bereits sehr früh mit der neuen Technik, die Aloys Senefelder 1798 in München patentieren ließ, in Berührung und trug mit der Herausgabe der Sammlung Polyautographische Zeichnungen vorzüglicher Berliner Künstler 1804 zur weiten Verbreitung bei. Lediglich Benjamin West und Johann Heinrich Füssli in England engagierten sich ähnlich intensiv für die Verbreitung wie Reuter. Er unterrichtete Karl Friedrich Schinkel, Karl Blechen, Franz Krüger, Gottfried Schadow und Bonaventura Genelli in der Lithographietechnik und gewann sie für sein Projekt. Der wahre Siegeszug der Lithographie geht Hand in Hand mit der Demokratisierung der Gesellschaft. Sie bietet dem politisch aktiven Bürger die ideale Grundlage, mit Bild und Wort in ungekannter Breite Einfluss zu nehmen. Honoré Daumiers über 4000 Lithographien sind nur ein kleiner Teil dieses demokratischen Aspekts der Lithographie, den schon Schadow bei der Entstehung der Technik erkannt hat: "Bei dieser neuentdeckten Manier, die nicht mehr Zeit erfordert als eine Zeichnung auf Papier, würden Zeit und Kosten erspart" und auch für Reuter gelingt es so, dass "jede Zeichnung Original ist".
- Größe
- Papier: 28,2 cm × 22,0 cm, Darstellung: 18,6 cm × 15,3 cm
- Zustand
- Akzeptabler Zustand. Altersgerecht.
- Rückseite
- das gleiche Motiv nochmals abgedruckt
- Literatur
- Winkler, Friedrich: Die großen Zeichner; Berlin 1951. Werkverzeichnis Nr.: 276.
- Werkverzeichnis
- Nr. 276
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