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Jean Baptiste Adolphe Lafosse
nach Pierre Laurent Canon

Mlle de Champmeslé bei Racine

Lithographie, 19. Jahrhundert · Papier: 57,0 cm × 41,8 cm, Darstellung: 48,8 cm × 38,2 cm

140 

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Die Blattkanten sind knapp beschnitten. Das Blatt ist altersbedingt verfärbt und leicht stockfleckig. Auf dem Blattrand sichtbar verschmutzt. Unten blasser Flüssigkeitsfleck. Oben links kurzer Randeinriss. Die Blattecken sind geringfügig bestoßen und geknickt. In der Darstellung oben markanter Kratzer sowie einige Bereibungen

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Inv.-Nr.
61225
Kategorie
Druckgraphik
Thema
Genre
Epoche
19. Jahrhundert (19. Jahrhundert)
Kunststil
Biedermeier

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Details

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Die Lithographie „Mlle de Champmeslé bei Racine" von Jean Baptiste Adolphe Lafosse entstand im 19. Jahrhundert.

Titel
Mlle de Champmeslé bei Racine — Historische Interieurszene mit fünf Figuren
Technik
Lithographie auf Chinapapier, aufgewalzt auf Papier
Beschriftung
Unten im Druck signiert: "Peint par Canon / Lith. par Lafosse". Unten im Druck bezeichnet: "Mlle DE CHAMPMESLÉ CHEZ RACINE".
Beschreibung
Großformatiger Stich in feiner Hell-Dunkel-Modellierung. Interieurszene mit fünf Figuren in einem repräsentativen Raum des 17. Jahrhunderts. Links ein sitzender Mann in Perücke und Samtgewand, nachdenklich geneigt. Mittig am Tisch ein zweiter Herr in Perücke, hält ein Buch. Hinter ihm zwei Damen in Dekolletékleidern mit Blumenschmuck im Haar. Rechts eine stehende junge Frau im weiten Kleid, Blick nach oben gerichtet, Tuch in der Hand. Hintergrund: Schrank mit Büste, ornamentierte Wandvertäfelung. Licht fällt von links durch Fenster. Schraffuren dicht und differenziert, Flächen durch Kreuzlagen modelliert.Ihre Bedeutung liegt weniger darin, dass Racine sie als Figur literarisch gestaltet hätte, sondern darin, dass seine Tragödien auf der Bühne stark durch ihre Stimme, Deklamation und Präsenz geprägt wurden. Zeitgenossen rühmten besonders ihre Fähigkeit, Leidenschaft, Schmerz und innere Zerrissenheit mit kontrollierter Noblesse darzustellen — genau jene Affektökonomie, die Racines Tragödien auszeichnet. Es gab vermutlich auch eine persönliche Beziehung zwischen Racine und Champmeslé; sie wird häufig als Racines Geliebte bezeichnet. Sicher ist jedenfalls eine enge künstlerische Zusammenarbeit. Racine schrieb seine weiblichen Rollen offenbar mit einem feinen Gespür für ihre schauspielerischen Mittel: lange Klagemonologe, kontrollierte emotionale Steigerungen, noble Zurückhaltung bei gleichzeitiger innerer Intensität. Besonders bei Phèdre ist Champmeslé zentral: Die Uraufführung 1677 war stark mit ihrer Darstellung verbunden. In der Rezeptionsgeschichte verschmelzen Racines Text, die Figur Phèdre und Champmeslés Schauspielkunst teilweise zu einem Ideal der klassischen französischen Tragödie. Mlle de Champmeslé war Racines wichtigste Tragödin; sie verkörperte auf der Bühne den emotionalen Kern seiner späten weiblichen Rollen und wurde damit zu einer Schlüsselfigur der Racine-Rezeption.
Größe
Papier: 57,0 cm × 41,8 cm, Darstellung: 48,8 cm × 38,2 cm
Zustand
Verbesserungswürdiger Zustand. Die Blattkanten sind knapp beschnitten. Das Blatt ist altersbedingt verfärbt und leicht stockfleckig. Auf dem Blattrand sichtbar verschmutzt. Unten blasser Flüssigkeitsfleck. Oben links kurzer Randeinriss. Die Blattecken sind geringfügig bestoßen und geknickt. In der Darstellung oben markanter Kratzer sowie einige Bereibungen.
Druckqualität
Grundsätzlich guter Abdruck mit kräftigem Schwarzton. Mit einigen blassen, wohl beriebenen Stellen. Oben deutliche Kratzer und Bereibungen sichtbar.
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