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Im Raum
Wald bei Nervi, Genua
Aquarell, 1889 · Papier: 27,0 cm × 21,1 cm
1.000 €
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Zustand
Wie wir bewertenEs gibt Beschädigungen oder Beeinträchtigungen, die sich angesichts des Alters des Kunstwerkes aber im akzeptablen Rahmen bewegen.
In den Blattecken sind einzelne Einstiche von Reißzwecken oder ähnlichem zu sehen. Die Farbigkeit ist frisch erhalten
- Künstler
- Marie von Savigny
- Inv.-Nr.
- 16237
- Kategorie
- Aquarell
- Thema
- Architektur
- Epoche
- 19. Jahrhundert (1889)
- Kunststil
- Moderne
- Land
- Italien
Details
nach obenDas Aquarell „Wald bei Nervi, Genua" von Marie von Savigny entstand 1889.
- Titel
- Steinbecken mit Quelle im Wald bei Nervi, Genua
- Technik
- Aquarell auf Papier
- Beschriftung
- Unten rechts signiert: "MS 1889 Nervi".
- Beschreibung
- Freda Sophie Karoline Marie von Savigny, geborene Gräfin von Arnim (1831 Boitzenburg - 1905) ist uns als Gattin des preußischen Gesandten und Mitbegründers der Zentrumspartei, Karl Friedrich von Savigny (1814-1875) bekannt. Als solche begleitete sie Ihren Mann auf diplomatische Reisen und musste selbst zahlreiche repräsentative Pflichten übernehmen und an gesellschaftlichen Anlässen teilnehmen. In ihren überlieferten Briefen aus dem Privatbesitz der Familie kann man von der hohen Belastung der jungen Frau lesen, die darüber hinaus die drei gemeinsamen Kinder großzog. Ihr Interesse für die Kultur drückte sich in häufigen Theaterbesuchen aus sowie der Anstellung eines Zeichenlehrers, einem nicht näher bekannten Düsseldorfer Maler. Der romantische Blick auf Naturlandschaften mit nur behutsamem Eingriff durch moderne Siedlungen lässt den Einfluss der Düsseldorfer Malerschule zur Mitte des 19. Jahrhunderts auf Marie von Savigny erkennen. Ihre Landschaften, die von Helgoland über das Rheintal, das Ahrtal, Baden und die Schweiz bis Norditalien reichen, zeichnen sich durch pittoreske Aussichten sowie die Hervorhebung markanter natürlicher Formationen aus und tragen nur selten Figurenstaffage. Die besondere Wirkung ihrer Aquarelle wird durch die leuchtende Farbigkeit hervorgerufen, die sie durch die bevorzugte Verwendung von Blau- und Grüntönen sowie geschickte Licht- und Dunsteffekte in der Atmosphäre bildet. Selbst ihren monochrom angelegten Aquarellen vermag sie eine innere Leuchtkraft zu verleihen. In ihren Zeichnungen gelingt dies durch die gezielte Verwischung dunkler Bereiche und die Höhung heller Bereiche in Weiß. Trotz der nicht wenigen repräsentativen Pflichten, die Marie von Savigny als Frau des Diplomaten Karl Friedrich von Savigny wahrnehmen musste, und der hohen Belastung häufiger Reisen und Ortswechsel, hatte sie doch die für ihre Zeit ungewöhnliche Möglichkeit als Künstlerin ferne Landstriche zu entdecken und im Bild festzuhalten. In ihrem künstlerischen Nachlass lässt sich eine landschaftliche Vielfalt entdecken, die ihresgleichen sucht. Markus Raasch (Hrsg.): Adeligkeit, Katholizismus, Mythos. Neue Perspektiven auf die Adelsgeschichte der Moderne (Elitenwandel in der Moderne, 15), München 2014, S. 120ff. Nicht weit von Genua an der ligurischen Küste liegt der Ort Nervi, der hier fern der weiten Küstenlinie gezeigt ist. Scheinbar abgeschieden der Stadt fand die Künstlerin diesen nahezu kontemplativen Ort mit einer von Mauern umfassten Quelle und musste wohl, so meint man, zwischen der ruhigen Erfrischung in der Quelle und dem aquarellieren dieses Hortus secretus wählen. Die merkwürdige Struktur macht durch den wilden Bewuchs einen altehrwürdigen Eindruck und könnte als antike Ruine eingeordnet werden. Die strahlendweiße Abtrennung eines Beckens mit verschiedenen Abstufungen lässt jedoch auch an eine anhaltende Nutzung denken. Als Diplomatengattin war es Marie von Savigny als einer von wenigen Künstlerinnen ihrer Zeit vergönnt, eine Reise zu diesem gleichermaßen entlegenen wie malerischen Ort zu unternehmen.
- Größe
- Papier: 27,0 cm × 21,1 cm
- Zustand
- Akzeptabler Zustand. In den Blattecken sind einzelne Einstiche von Reißzwecken oder ähnlichem zu sehen. Die Farbigkeit ist frisch erhalten.
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