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Jakob Wilhelm Mechau zugeschrieben

Seiten der Natur

Aquarell, um 1780 · Büttenpapier: 41,9 cm × 34,8 cm

960 

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Linker Rand alt angestückt, im oberen und unteren linken Bereich einige wenige retuschierte Flecken

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Inv.-Nr.
11993
Kategorie
Zeichnung
Epoche
18. Jahrhundert (um 1780)
Kunststil
Romantik

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Details

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Das Aquarell „Seiten der Natur" von Jakob Wilhelm Mechau entstand um 1780.

Titel
Die wilde und die liebliche Seite der Natur
Technik
Aquarell auf Büttenpapier
Beschreibung
Mächtige Felsen türmen sich säulenartig übereinander und gipfeln in einer zerzausten Tanne. Auf halber Höhe neigen sich zwei Baumstümpfe nach links. Unter ihnen ziehen beschattete Gesteinsbrocken den Blick auf sich. In der Bildmitte ergießt sich hinter dem Felsgrat hervor ein kräftiger Wasserfall in einen Fluss, wo drei Fischer am vorderen Ufer ein Netz einziehen. Am jenseitigen Ufer steht im Mittelgrund auf einem Wiesenplateau ein Wanderer bei einem Reiter. Am rechten Bildrand schließlich ist ein italienisch anmutendes Gebäude zu erkennen, hinter dem sich ein schwach angedeutetes Gebirge hinzieht. Die Zeichnung lebt vor allem von den differenzierten Helligkeitsstufen des Sepiabraun, mit dem die Binnenflächen innerhalb der Konturen dünnflüssig laviert sind. Nur an wenigen Stellen zur Bezeichnung von Gräsern, Zweigen oder Figuren ist der Pinselstrich erkennbar. Mit der Tanne, den Steinen im Uferschatten und den Anglern unterbrechen nur vier dunklere Stellen das zarte Hellbraun der Darstellung. Die relativ glatte Ausführung beruhigt den lebhaften Eindruck wieder, den der Wasserfall hervorruft. Solche Kaskaden an einem Felsabhang sowie aufstrebende oder diagonale Kompositionslinien, raue Felsen und Nadelbäume gehören seit der niederländischen Kunst des 17. Jahrhundert zum Repertoire der Landschaftsmaler, wenn sie die ungezügelte, wilde Seite der Natur darstellten. Vor allem Jacob van Ruisdael und Allaert van Everdingen wurden als Vorbilder für diesen Typus herangezogen. Im vorliegenden Blatt werden diese Motive einer eher unwirtlichen nördlichen Gegend mit der heiteren südlichen Landschaft kombiniert, wie sich rechts im Hintergrund mit der Gegend im hellen Sonnenlicht zeigt. Gegensätzliche Aspekte der Natur in einem Werk einander gegenüberzustellen, war eine Vorliebe des 18. Jahrhunderts. Speziell seit der Mitte des Jahrhunderts wurde in der Literatur, aber auch in der Parkgestaltung, der Musik und eben der Bildenden Kunst das Verhältnis des Menschen zur natürlichen Umwelt und ihre Wirkung auf sein Gefühl immer wieder aufs Neue thematisiert. Die Staffage, bestehend aus den ihre Netze einholenden Fischer, ist dagegen ein Motiv, das speziell in sächsischen Landschaftsansichten immer wieder im Vordergrund erscheint; zum Beispiel auch bei Adrian Zingg. Das Blatt könnte durchaus ein Werk eines sächsischen Landschaftsmalers sein. Aus motivischer und stilistischer Sicht kommt als Künstler der aus Leipzig stammende Jakob Wilhelm Mechau in Frage: Von ihm gibt es unter anderem im Dresdner Kupferstich- Kabinett eine Reihe von Zeichnungen, die verwandte Landschaftsräume im Hochformat zeigen.
Größe
Büttenpapier: 41,9 cm × 34,8 cm
Zustand
Akzeptabler Zustand. Linker Rand alt angestückt, im oberen und unteren linken Bereich einige wenige retuschierte Flecken.
Rückseite
Landschaftsstudie
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