Ermenegildo Antonio Donadini
(1847–1936)
Donadini, Ermenegildo Antonio, österr.-dt. Maler, Freskant, Restaurator, *19.6.1847 Split, †16.10.1936 Radebeul b. Dresden. Vater von Ermenegildo Carlo D. Stud.: an der TH Graz, der KA Wien und München, dann bei Eduard von Engerth in Wien und Franz von Piloty in München. 1877-81 Prof. für Zeichnen und Malerei an der KGS Wien, übersiedelte nach Dresden, dort bis 1913 Prof. an der KGS (Monumental- und Theatermalerei). Lebte seit ca. 1917 in Radebeul. – D. malte v.a. Archit.-Lsch., hist. und mytholog. Themen. Bes. widmete er sich der mon. Wand- und Deckenmalerei (v.a. Fresken), u.a. im Pal. Pringsheim in Berlin (fünf Wandbilder), den Villen Bleyl (zwei Wandbilder) und Eschebach (Decken-Gem.) in Dresden, in der kgl. Villa (Decken-Gem.) in Strehlen/Dresden und im dortigen Stadtschloß (Wettiner-Saal, fünf mon. Wandbilder, Stammbaum mit Portr. sämtl. sächs. Regenten, im Febr. 1945 beim Bombenangriff zerst.). Weiterhin mon. Arbeiten in der Garnisonskirche Glogau (fünf Wand-Gem.) und der Mauritius Kirche Breslau (drei Wand-Gem.). Fast das ges. Oeuvre der Monumentalmalerei wurde im 2. WK vernichtet. – D. stand in enger Beziehung zum sächs. Königshaus, Titel Kgl. Hofrat. Ehren-Mitgl. der Accad. di S. Luca, Rom. Den Nachlaß übernahm der Sohn. – Bes. Leistungen vollbrachte D. als versierter Freskant bei der Abnahme hist. Wand- und Deckenbilder mit dem aufgeputzten Bildgrund und deren Wiederanbringung. 1906 übertrug er das Decken-Gem. von Louis de Silvestre aus dem ehem. Pal. Brühl in den Festsaal der KGS Dresden (erb. 1901-07, 1945 zerst., Fotogr., Zustand 1935 erh.). Beim Abriß des Röm. Hauses in Leipzig 1902 barg D. die Fresken von Moritz von Schwind und Friedrich Preller d.Ä. Die Fresken von Preller mit Kalkgrund wurden 1904 in das Vestibül der Univ.-Bibl. Albertina eingefügt (im April 1945 Treppenhaus und Gem. zerst., nach and. Ber. Gem. vermutl. bei Kriegsende verschollen). Die Wandfelder von Schwind wurden durch D. in der Aula der 2. Höheren Schule für Mädchen, erb. 1905-07, angebracht (Döllnitzer Str./heute Lumumbastr., ehem. Arbeiter-und-Bauern-Fak., später Herder-Inst. der Univ., 1949 durch Übermalung weitgehend zerst., ein Wandfeld 1990 rest.). 1907 plante D. die Rest. der Fresken aus dem sog. Kreuzgang (S-Seite des Bibl.-Ganges) des ehem. Dominikanerklosters zu Leipzig (Paulinum). Die 1893 beim Abbruch des Gebäudes im Zusammenhang mit den Univ.-Bauten am Augustusplatz geborgenen Mauerfelder mit Fresken des 14.-16. Jh. kamen 1898 in Kellergewölbe der Albertina (in situ). Notizen und Mat. von D. zu diesem Rest.-Vorhaben im Inst. für Denkmpfl. Dresden (Sign.: 4. MS. 0363). Aus dem Jahr 1914 sind ein Projekt für die Stuckierung des Hauptschiffgewölbes der Dresdner Hofkirche (nach Perspektive von Sebastian Wenzel, 1747) und ein Modell D.s erh. (Inst. für Denkmpfl. Dresden). D. war auch als Autor zur Gesch. und Kunstgesch. Sachsens tätig.
BIBLIOGRAPHIE ThB9, 1913, Vo5, 1961. Dressler II, 1932 (z.T. mit dem Sohn verwechselt), LEJ I, 1984, HBL III, 1993. – Novo doba (Split) v. 3.11.1936 (Nekr.), Kunst für alle 52: 1936/37 (Dez.), Beil. p. 17 (Nekr.), H.Magirius, Gesch. der Denkmpfl., Sachsen, B. 1991, Stadt Leipzig, die Sakralbauten, M. 1995. – Mitt. des Sohnes (1951, ArchAKL).
Volker Frank
- Tätig im
- 19. Jahrhundert
- Tätigkeit
- Maler · Freskant · Restaurator
- Geboren
- 1847 in Split, Kroatien
- Gestorben
- 1936 in Radebeul, Deutschland
- Werke im Shop
- 3
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