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Werk von Friedrich Eisenlohr
Künstler

Friedrich Eisenlohr

(1805–1855)

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Biogramm

Sohn eines protestant. Predigers. 1815-19 Besuch des Pädagogiums Lörrach, Gymnasium Freiburg im Breisgau. Stud.: Polytechn. Inst. von Christoph Arnold in Freiburg und Univ. ebd., 1824-26 Bauschule von Friedrich Weinbrenner in Karlsruhe. 1826-28 Italienreise. 1828 in Karlsruhe Eleve in der Bau-Dir., 1830 Staatsprüfung (Prädikat "vorzügl. geeignet") und Praktikant. 1832 zus. mit Heinrich Hübsch Lehrer am Polytechnikum Karlsruhe. 1833 ? Wilhelmina von Biedenfeldt. 1839 Prof., 1842 korr. Mitgl. des RIBA, 1843 Ehren-Mitgl. der Schweizer. Ges. für Ing. und Architekten, 1844 Mitgl. des Senats der Polytechn. Schule, 1847 Gewerbeschulbeirat, 1853 Baurat und Ernennung zum Vorstand der Bauschule des Polytechnikums Karlsruhe. Preuß. Roter Adlerorden III. Klasse. E. hatte als Schüler von Weinbrenner und späterer Dir. der Bauschule des Polytechnikums Karlsruhe neben Hübsch bed. Einfluß auf eine ganze Architektengeneration. Beide gelten als Begründer der romant. Schule in der Archit. Badens. - Ab A. der 40er Jahre mit dem Hochbau der bad. Staatseisenbahnen betraut. Durch Zerst. im 2. WK blieb allerdings von E.s großen Bahnhofsbauten u.a. in Mannheim (1839/40), Heidelberg (1839/40 und '45/46) und Freiburg im Breisgau nichts erh., der Alte Bahnhof Karlsruhe, außerhalb der Stadt in der Nähe des Ettlinger Tores, von 1842-45, wurde 1913 stillgelegt. Im Ortenaukreis entstanden drei bed. Projekte: der Neubau des Schlosses Ortenberg (1838-43 in Formen engl. Gotik), die Rest. und Erweiterung der ev. Stiftskirche Lahr (1848-51) und die Planung der ev. Kirche in Offenburg. Für letztere war ein reiner Zentralbau vorgesehen, dessen Char. durch einen Vierungsturm anstelle eines Glockenturmes unterstrichen werden sollte, Fenster und Maßwerk in hochgot. Formen. E. starb vor der Ausf., voll. wurde die Planung in veränderter Form 1857-60 durch Eduard Hermann aus Heidelberg. Weitere Werke: Bahnhof (1844-46) sowie die Kunst- und Festhalle (1846-54) in Freiburg, die Trinkhalle in Badenweiler (1853, 1932-34 erweitert), die Friedhofs-Kap. (1842), das Preußen-Denkmal (1850-52, Bauleitung, Entwurf von August Stüler nach Skizze v. Friedrich Wilhelm IV.) sowie E.s Wohnhaus in Karlsruhe. E. fand auch große Anerkennung als Archit.-Theoretiker, aber v.a. als Kenner und Entwerfer von Ornamenten. Seine Publ. zur Ornamentik enthält zahlr. Details zu Schmiedearbeiten und zum Holzbau. Mit Überlegungen und Vorschlägen, Holz als heim. Baustoff zu verwenden, entsprach E. den Bemühungen der großherzogl. Verwaltung, Baden wirtschaftl. zu beleben. Nicht nur mit Holzkonstruktionen (Schweizerhaus), auch beim souveränen Einsatz von behauenem Stein bewies E. Gespür, das Mat. zur Geltung zu bringen. Für die im Schwarzwald ansässige Uhrenproduktion entwarf E. die sog. "Bahnhäusleform", die zwar den gewünschten Verkaufserfolg bewirkte, aber gestalter. Trivialität ansprach. Seine Liebe zum neuentdeckten MA verband ihn mit Hübsch in der Orientierung am aufkommenden Historismus, trennte ihn aber deutlich von klassizist. Intentionen, die Weinbrenner vertrat. Dabei verwendete er zunächst roman. Stilelemente (Rundbogenstil), die sich für mod. Zweckbauten besser eigneten (bes. bei Hochbauten der Bahn). Dabei waren seine Entwürfe eleganter als die der gleichzeitigen Münchner Schule. Als Zeichner war er ein Meister landschaftl. Motive des Schwarzwaldes, der Alpen und ital. Regionen.
Werke

Karlsruhe, SKH: Zchngn, Inv.-Nr 859-867. Zürich, ETH, GrS: Pläne, Zchngn.
Selbstzeugnisse

Rede über den Baustyl der neueren Zeit und seine Stellung im Leben der gegenwärtigen Menschheit, Ka. 1833, Gedanken über den ev. Kirchenbau, s.l. 1848, Ornamentik in ihrer Anwendung auf versch. Gegenstände der Baugewerke, Ka. 1849, Holzbauten des Schwarzwaldes, Ka. 1853, Ma. Bauwerke im südwestl. Deutschland und am Rhein, Ka. 1853, Entwürfe von Gebäuden versch. Gattung, Ka. 1853, F.E./F.Keller, Hochbauten der bad. Bahn, Ka. 1864.
Bibliographie

ThB10, 1914. ADB V, 1877 (Repr. 1968), Mülfarth, 1987 (hier: †1854), DA X, 1996. L.Niemann, Landhäuser und Villen in Baden-Baden, Diss. TH Karlsruhe 1953, 48-52, H.-J. Clewing, F.E. und die Hochbauten der bad. Eisenbahn, Diss. TH Karlsruhe 1968, G.Vilmar, Denkmalpflege in BW 10:1981, 66-75, W.Brönner, Die bürgerl. Villa in Deutschland 1830-90, Dd. 1987, G.Brandenburger, Denkmäler, Brunnen und Freiplastiken in Karlsruhe 1715-1945, Ka. 1989, Dehio-BW I, 1993, J.Abeler, Ullstein Uhrenbuch, Ffm./B. 1994, 64, Kunst und geistl. Kultur am Oberrhein, Lindenberg 1996, Dehio-BW II, 1997, W.Schirmer, Anm. zur Stilfrage in der Weinbrenner-Nachf., in: C.Wenzel (Red.), Stilstreit und Einheitskunstwerk, D. 1998 (Internat. Historismus-Symposium Bad Muskau 1997), 33-57. Karlsruhe, Südwest-dt. Arch. für Archit. und Ing.-Bau. Mitt. A.Jaeggi, Karlsruhe.
Artikel aus Thieme-Becker
Biogramm

Eisenlohr, Friedrich (Jakob Fr.), Architekt, geb. Lörrach (Baden) 23. 11. 1805, †27. 2. 1855 in Karlsruhe, wo er studiert hat und, nach einer Italienreise (1827/28), 1832 Lehrer am Polytechnikum, 1853 Direktor der Bauschule wurde. Ein Frühwerk ist die Friedhofskapelle in Karlsruhe in gotischen Formen. Anfang der 40er Jahre wurde ihm der gesamte Hochbau der badischen Staatseisenbahnen übertragen, und gerade unter diesen Profanbauten, die er im romanischen Stil unter Anlehnung an den heimischen Holzbau errichtete (Bahnhöfe in Mannheim [1840], Karlsruhe, Heidelberg, Freiburg), sind seine besten Leistungen, obwohl er theoretisch die Formen der Baukunst aus den Forderungen des christlichen Kultus heraus und im gotischen Stil entwickelt wissen wollte, wie er es mit geringem Erfolg in seinen Kirchen zu Baden, Offenburg und dem Schloßumbau von Ortenberg versuchte. Seine romanischen Architekturen sind reicher und eleganter ausgestaltet, als die der gleichzeitigen Münchener Schule und nehmen größte Rücksicht auf Material und Konstruktion, während seine Ornamentik oft trocken ist, und gelegentliche Erfindungen, wie sein Schwarzwälder Uhrgehäuse in Form eines Bahnwärterhäuschens höchst unglücklich sind. Auch als Restaurator (Stiftskirche in Lahr) war er tätig, besonders aber müssen seine hervorragenden Zeichnungen aus dem Schwarzwald, den Alpen und Italien hervorgehoben werden, von denen einige das Kab. des Städel'schen Inst. zu Frankfurt besitzt, die meisten noch Familienbesitz sind. Von seinen literarischen Publikationen seien die "Rede über den Baustil d. neueren Zeit etc. (1833)" erwähnt und die Tafelwerke: "Ornamentik in ihrer Anwendung auf verschiedene Gegenstände der Baugewerke" etc. (Karlsr. 1849-67), "Holzbauten des Schwarzwaldes" (ebend. 1853), "Mittelalterliche Bauwerke im südwestlichen Deutschland und am Rhein" (ebend. 1853-57). Weech, Bad. Biogr. I (1875, Woltmann) 220. - Allg. Deutsche Biogr. (1877, Woltmann). - Raczynski, Gesch. d. mod. Kst II (1840) 581. - H. A. Müller, Mus. u. Kstwerke Deutschlands II (1857) 7, 40. - Univers. Cat. of Books an Art I (1870) u. Suppl. (1877). - Weigel's Kstkat. Leipz. 1838-66, V Reg., p. 130. - Kstblatt 1829, p. 394, 1830, p. 46 f., 1832, p. 354, 1843, p. 20, 1847, p. 63. - Mitt. v. F. Noack.

Tätigkeit
Architekt · Zeichner
Geboren
1805 in Lörrach, Deutschland
Gestorben
1855 in Karlsruhe, Deutschland
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