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Im Raum
Missmutige Gänseliesl
Aquarell, um 1870 · Papier: 24,5 cm × 32,4 cm
1.000 €
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Zustand
Wie wir bewertenEs gibt Beschädigungen oder Beeinträchtigungen, die sich angesichts des Alters des Kunstwerkes aber im akzeptablen Rahmen bewegen.
Vereinzelt sind leichte Stockflecken und schwache Verschmutzungen erkennbar. Die rechte untere Blattecke ist geringfügig geknickt. Die Farbigkeit ist frisch erhalten
- Künstler
- Marie von Savigny
- Inv.-Nr.
- 16252
- Kategorie
- Aquarell
- Thema
- Trachten
- Epoche
- 19. Jahrhundert (um 1870)
- Kunststil
- Moderne
- Land
- Italien
Details
nach obenDas Aquarell „Missmutige Gänseliesl" von Marie von Savigny entstand um 1870.
- Titel
- Missmutige Gänseliesl mit hungriger Gänseschar
- Technik
- Aquarell auf Papier
- Beschreibung
- Freda Sophie Karoline Marie von Savigny, geborene Gräfin von Arnim (1831 Boitzenburg - 1905) ist uns als Gattin des preußischen Gesandten und Mitbegründers der Zentrumspartei, Karl Friedrich von Savigny (1814-1875) bekannt. Als solche begleitete sie Ihren Mann auf diplomatische Reisen und musste selbst zahlreiche repräsentative Pflichten übernehmen und an gesellschaftlichen Anlässen teilnehmen. In ihren überlieferten Briefen aus dem Privatbesitz der Familie kann man von der hohen Belastung der jungen Frau lesen, die darüber hinaus die drei gemeinsamen Kinder großzog. Ihr Interesse für die Kultur drückte sich in häufigen Theaterbesuchen aus sowie der Anstellung eines Zeichenlehrers, einem nicht näher bekannten Düsseldorfer Maler. Der romantische Blick auf Naturlandschaften mit nur behutsamem Eingriff durch moderne Siedlungen lässt den Einfluss der Düsseldorfer Malerschule zur Mitte des 19. Jahrhunderts auf Marie von Savigny erkennen. Ihre Landschaften, die von Helgoland über das Rheintal, das Ahrtal, Baden und die Schweiz bis Norditalien reichen, zeichnen sich durch pittoreske Aussichten sowie die Hervorhebung markanter natürlicher Formationen aus und tragen nur selten Figurenstaffage. Die besondere Wirkung ihrer Aquarelle wird durch die leuchtende Farbigkeit hervorgerufen, die sie durch die bevorzugte Verwendung von Blau- und Grüntönen sowie geschickte Licht- und Dunsteffekte in der Atmosphäre bildet. Selbst ihren monochrom angelegten Aquarellen vermag sie eine innere Leuchtkraft zu verleihen. In ihren Zeichnungen gelingt dies durch die gezielte Verwischung dunkler Bereiche und die Höhung heller Bereiche in Weiß. Trotz der nicht wenigen repräsentativen Pflichten, die Marie von Savigny als Frau des Diplomaten Karl Friedrich von Savigny wahrnehmen musste, und der hohen Belastung häufiger Reisen und Ortswechsel, hatte sie doch die für ihre Zeit ungewöhnliche Möglichkeit als Künstlerin ferne Landstriche zu entdecken und im Bild festzuhalten. In ihrem künstlerischen Nachlass lässt sich eine landschaftliche Vielfalt entdecken, die ihresgleichen sucht. Markus Raasch (Hrsg.): Adeligkeit, Katholizismus, Mythos. Neue Perspektiven auf die Adelsgeschichte der Moderne (Elitenwandel in der Moderne, 15), München 2014, S. 120ff. Als eines der wenigen Genrebilder der Künstlerin Marie von Savigny stellt dieses Szene an einem Ortsrand ohnehin eine Besonderheit dar, das ungewöhnliche Motiv macht das Aquarell in diesem Fall zu einem beinahe kuriosen Einzelstück. In liebevoller Detailarbeit, zeichnete Marie von Savigny hier die Züge eines Mädchens mit roten Wangen und blonden Locken, das sich von einer Schar - kaum weniger scharf beobachteter und gezeichneter - Gänse bedrängt sieht. Der Grund für die sicher lautstarke Auseinandersetzung ist das Brötchen, das das Mädchen in der Hand hält. Zwei der Gänse stehen bereits dicht bei ihr, schnattern heftig und schnappen nach dem Brot, eine ganze Gruppe weiterer Gänse naht vom Horizont her. Trotz der Drohkulisse für das Mädchen, fand die Künstlerin - vielleicht auch Mutter des Kindes - einen Reiz in der Darstellung dieser Szene, die in der Tat etwas Erheiterndes enthält. So belustigt einerseits der missmutige Gesichtsausdruck der Kleinen in dieser insgesamt wohl noch ungefährlichen Szene, die Angst um ihre Leckerei hat, andererseits findet sich die Komik vor allem in den herannahenden Gänsen, die im Gänsemarsch in den Vordergrund watscheln und ihr Stück vom "Kuchen" beanspruchen wollen.
- Größe
- Papier: 24,5 cm × 32,4 cm
- Zustand
- Akzeptabler Zustand. Vereinzelt sind leichte Stockflecken und schwache Verschmutzungen erkennbar. Die rechte untere Blattecke ist geringfügig geknickt. Die Farbigkeit ist frisch erhalten.
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