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Marie von Savigny

Felsige Meeresküste bei Nervi, Genua

Aquarell, um 1889 · Papier: 21,1 cm × 27,0 cm

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Inv.-Nr.
16236
Kategorie
Aquarell
Epoche
19. Jahrhundert (um 1889)
Kunststil
Moderne

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Details

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Das Aquarell „Felsige Meeresküste bei Nervi, Genua" von Marie von Savigny entstand um 1889.

Technik
Aquarell auf Papier
Beschreibung
Freda Sophie Karoline Marie von Savigny, geborene Gräfin von Arnim (1831 Boitzenburg - 1905) ist uns als Gattin des preußischen Gesandten und Mitbegründers der Zentrumspartei, Karl Friedrich von Savigny (1814-1875) bekannt. Als solche begleitete sie Ihren Mann auf diplomatische Reisen und musste selbst zahlreiche repräsentative Pflichten übernehmen und an gesellschaftlichen Anlässen teilnehmen. In ihren überlieferten Briefen aus dem Privatbesitz der Familie kann man von der hohen Belastung der jungen Frau lesen, die darüber hinaus die drei gemeinsamen Kinder großzog. Ihr Interesse für die Kultur drückte sich in häufigen Theaterbesuchen aus sowie der Anstellung eines Zeichenlehrers, einem nicht näher bekannten Düsseldorfer Maler. Der romantische Blick auf Naturlandschaften mit nur behutsamem Eingriff durch moderne Siedlungen lässt den Einfluss der Düsseldorfer Malerschule zur Mitte des 19. Jahrhunderts auf Marie von Savigny erkennen. Ihre Landschaften, die von Helgoland über das Rheintal, das Ahrtal, Baden und die Schweiz bis Norditalien reichen, zeichnen sich durch pittoreske Aussichten sowie die Hervorhebung markanter natürlicher Formationen aus und tragen nur selten Figurenstaffage. Die besondere Wirkung ihrer Aquarelle wird durch die leuchtende Farbigkeit hervorgerufen, die sie durch die bevorzugte Verwendung von Blau- und Grüntönen sowie geschickte Licht- und Dunsteffekte in der Atmosphäre bildet. Selbst ihren monochrom angelegten Aquarellen vermag sie eine innere Leuchtkraft zu verleihen. In ihren Zeichnungen gelingt dies durch die gezielte Verwischung dunkler Bereiche und die Höhung heller Bereiche in Weiß. Trotz der nicht wenigen repräsentativen Pflichten, die Marie von Savigny als Frau des Diplomaten Karl Friedrich von Savigny wahrnehmen musste, und der hohen Belastung häufiger Reisen und Ortswechsel, hatte sie doch die für ihre Zeit ungewöhnliche Möglichkeit als Künstlerin ferne Landstriche zu entdecken und im Bild festzuhalten. In ihrem künstlerischen Nachlass lässt sich eine landschaftliche Vielfalt entdecken, die ihresgleichen sucht. Markus Raasch (Hrsg.): Adeligkeit, Katholizismus, Mythos. Neue Perspektiven auf die Adelsgeschichte der Moderne (Elitenwandel in der Moderne, 15), München 2014, S. 120ff. Nicht weit von Genua an der ligurischen Küste liegt der Strand von Nervi, der hier mit Blick auf einen kleinen Wachtposten gezeigt ist. Als Diplomatengattin war es Marie von Savigny als einer von wenigen Künstlerinnen ihrer Zeit vergönnt, eine Reise zu diesem gleichermaßen entlegenen wie malerischen Ort zu unternehmen. Offenbar vom vielseitigen Farbspiel des Küstenstreifens beeindruckt, Blautöne an Himmel und Wasseroberfläche, Grau- und Schwarztöne an den schroffen Klippen und Grün- und Brauntöne an den Ufern des Meeres, widmet sie sich hier dem Übergang von Land und Meer. Mit dem kantigen Felsen in der Bildmitte steht vor allem die unbändige Natur des Ozeans, der selbst harten Stein zum Bersten bringt, im Vordergrund. Jedoch auch das menschliche Eingreifen in Form eines kleinen Schutzhäusschens und einer in den Fels gearbeiteten Treppe wird thematisiert und trägt ebenso zu einem spannenden Dialog bei wie die aufeinandertreffenden Farben und Land- bzw. Meeresstrukturen.
Größe
Papier: 21,1 cm × 27,0 cm
Zustand
Akzeptabler Zustand. Vereinzelt sind leichte Stockflecken erkennbar. Die Farbigkeit ist frisch erhalten.
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