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Im Raum
Überwuchertes Denkmal
Federzeichnung, um 1850 · Papier: 19,5 cm × 13,3 cm
1.170 €
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Zustand
Wie wir bewertenLediglich normale, kleine Gebrauchsspuren, die den Gesamteindruck des Kunstwerkes nicht verschlechtern.
Leicht gebräunt. Die Ränder sind unregelmäßig beschnitten. Am rechten Rand oben mit kleiner Restaurierung
- Künstler
- Hippolyte Bellangé
- Inv.-Nr.
- 15207
- Kategorie
- Zeichnung
- Technik
- Federzeichnung Erklärung
- Thema
- Architektur
- Epoche
- 19. Jahrhundert (um 1850)
- Kunststil
- Romantik
- Land
- Frankreich
Details
nach obenDie Federzeichnung „Überwuchertes Denkmal" von Hippolyte Bellangé entstand um 1850.
- Technik
- Federzeichnung auf Papier
- Beschriftung
- unten rechts monogrammiert: "ht. Bgé"
- Beschreibung
- Was malt ein Schlachtenmaler, wenn er keine Schlachten malt? Hippolyte Bellangé gehörte zu den bedeutendesten Schlachtenmalern im Frankreich von Louis-Philippe und Napoleon III. Ein riesiges Œuvre, gefüllt mit zigtausenden Soldaten, Waffen und Pferden, wo der Mensch zur Masse wird. Hochgefeiert und hochdekoriert wird er für diese Darstellungen der Megaevents. Was ihm aber zwischen all dem gepinselten Säbelrasseln und getupftem Pulverdampf nicht abhanden gekommen ist, ist der Blick für die Details. Im Weitwinkel konnte er Massenschlachten lebendig werden lassen, aber wie unter einem Mikroskop war er auch in der Lage, den einzelnen Soldaten in seinem Schicksal wahrzunehmen. Wie sein Freund Nicolas-Toussaint Charlet stellte er das Leben der Soldaten abseits der Schlacht in zahlreichen Lithographien und Zeichnungen dar, mal melancholisch mitfühlend, mal karikierend distanziert. Immer aber mit dem Blick für das Detail, was sich bei ihm nicht nur auf die Äußerlickeiten beschränkte, sondern mitunter auch psychologische Züge annahm. Nun aber zurück zur Eingangsfrage: Was malt er nun? Zunächst einmal ziemlich wenig Anderes. Selbst wenn er ins Genre abgleitet, so findet sich doch immer irgendwo eine Uniform, die auf die eine oder andere Weise ihren Weg ins Bild gefunden hat. Um so erstaunlicher ist unsere Zeichnung, die in jenem unvergleichlich nervösen Strich ein zerstörtes Stück christlicher Kunst zeigt. So lange ist es schon verfallen und vergessen, dass die Natur ihre zarten Finger nach ihm ausgestreckt hat. Das Kreuz liegt gebrochen am Boden. Kaum vorstellbar, dass es nochmals zu altem Glanz zurückkehren kann. Weiß man um Bellangés fokussierte Darstellungen, in denen die geschundenen und heimgekehrten Soldaten in den Blick genommen werden, so kommt man nicht umhin auch in diesem geborstenen Denkmal eine emotionale Konnotation zu erkennen. Gebrochen und einsam: Das sind Vokabeln, die sich auch auf die Soldaten übertragen lassen. Neben dieser emotionalen Dimension fasziniert an diser kleinen und ungemein freien Zeichnung aber besonders der zitternde Strich, der nirgends Halt macht und wie getrieben über das Blatt huscht und aus dem sich nur langsam die klaren Formen abzeichnen, nur um im nächsten Moment wieder von einer weiteren Linienzuckung verschluckt zu werden. Dieser dynamische, fast atmende Prozess macht den besonderen Reiz dieser für Bellangé ungewöhnlichen, aber gerade dadurch spannenden Zeichnung aus. |af|
- Größe
- Papier: 19,5 cm × 13,3 cm
- Zustand
- Guter Zustand. Leicht gebräunt. Die Ränder sind unregelmäßig beschnitten. Am rechten Rand oben mit kleiner Restaurierung.
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